


Medienmitteilung SFE vom 22.04.2008
Keine Mehrbelastung gegenüber dem Jahr 2000 !
(zum Stationierungskonzept des VBS)
Der Militärflugplatz Emmen ist eine Tatsache, die in der Bevölkerung rund um den Flugplatz breit
akzeptiert ist. Grund dafür sind unter anderem die begrenzten Flugbetriebszeiten und die relativ
tiefen Zahlen der Flugbewegungen. Die Akzeptanz kennt allerdings Grenzen.
Die Akzeptanz des Flugplatzes hängt nicht nur mit den Arbeitsplätzen zusammen, sondern ganz
wesentlich damit, dass die Flugbewegungen in den letzten Jahren immer mehr zurückgegangen sind
und dass sie fast ausschliesslich zu Bürozeiten erfolgen. Mit einer Änderung des
Stationierungskonzepts des VBS oder einem wesentlichen Ausbau der F/A-18 Flüge würde die
friedliche Koexistenz aufs Spiel gesetzt, die Entwicklung der Agglomeration gefährdet. Die
Bevölkerung im Umfeld des Flugplatzes hat die Initiative gegen Kampfjetlärm in Tourismusgebieten
mindestens so deutlich abgelehnt wie in der übrigen Schweiz. Daraus die Schlussfolgerung zu
ziehen, die Gefolgschaft gegenüber dem VBS sei in dieser Region besonders hoch und man könne
deshalb die Flüge hierher verlagern, wäre ein folgenschwerer Irrtum. Das Gegenteil ist der
Fall: Das Abstimmungsresultat ist eine klare Warnung, das Problem nach Emmen verschieben
zu wollen.
Keine Zunahme des Lärms
Der Schutzverband begrüsst die Initiative des Gemeinderats Emmen, der den Verlagerungswünschen
Grenzen setzten will. Die vom Gemeinderat genannte Zahl von 2'900 Jetbewegungen ist aber mit
äusserster Vorsicht zu geniessen. Der Start einer F/A-18 ist gleich laut wie der Start von 6
Tiger-Kampfflugzeugen, also einer ganzen Patrouille Suisse. Von den 2'900 Jetflugbewegungen im
Jahr 2005 waren lediglich 200 (!) solche von F/A-18. Man muss sich also bewusst sein, was
es bedeutet, wenn diese Zahl aufgestockt würde. Die Entlastung der Flugplätze im
Stationierungskonzept muss dadurch erreicht werden, dass noch mehr Simulatoren zum Einsatz
kommen und die Flüge über unbewohntem Gebiet stattfinden. Aber sicher nicht mit einer
Verlagerung in die dicht besiedelte und touristisch weltbekannte Zentralschweiz.
Emmenbrücke, 22. April 2008
Für den SFE
Das Co-Präsidium
Roland Fischer
Luzius Hafen